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Stimmen der Wirtschaft


TOP NANO 21 aus der Sicht von:

Agie SA
Ilford Imaging Switzerland GmbH
Institut Straumann AG
Nanosurf AG
Omicron Microscopy GmbH
Swiss Optic AG
Zeptosens AG





TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. David J. Tune, Direktor Technology & Innovation
Ilford Imaging Switzerland GmbH

Das Potenzial des NANOMETERS für Ilford?

Ilfords traditionelle Geschäftstätigkeit in der Silberhalogenidfotografie hat schon immer auf der Submikrontechnologie und "Bottom-up"-Prozessen basiert, das heisst auf der Herstellung von Kristallen mit der richtigen Grösse, der richtigen Verteilung, der richtigen Form und den richtigen Eigenschaften für Lichtempfänger in fotografischen Filmen. Die Halogenidverteilung der Kristalle ist ein wesentliches Hilfsmittel zur Verbesserung der Fotoeffizienz. Das beiliegende SIMS-Bild zeigt Iodid-Ringe (Gelb) im Nanometerbereich und Chlorid-Wachstum (Weiss) auf einem Silberbromid-Mikrokristall (Orange/Rot).


SIMS-Bild


Die Information, die bei Lichteinfall in einen Silberhalogenid-Mikrokristall geschrieben wird, wird in einem Silber-Cluster gespeichert, der nur etwa zehn Silberatome an der Kristalloberfläche hat. Das ist immer noch die kleinste vom Menschen hergestellte Einheit zur Informationsspeicherung. Die natürliche Blauempfindlichkeit der Kristalle muss durch den Selbstaufbau von Färbemolekülen zu Exciton leitenden kooperativen Farbstoffaggregaten an der Kristalloberfläche auf das ganze sichtbare Lichtspektrum ausgeweitet werden. Da der fotografische Prozess darauf basiert, dass Fotoelektronen in das Leitungsband aus Silberhalogenid injiziert werden, sind wir vertraut mit Konzepten wie Elektronen- und Löcherfallen, Rekombinationszentren und so weiter.
Mit diesem interdisziplinären Hintergrundwissen und nach unserer Hinwendung zur Digitalbild- und Tintenstrahl-Technik haben wir mit der Entwicklung unseres ersten echten Nanometerprodukts begonnen, die gemeinsam von der KTI und dem EPFL LTP-Labor mit dem Ziel finanziert wurde, schnell trocknendes, wasserfestes und fotoähnliches Papier für das Tintenstrahlverfahren herzustellen. Die Kerntechnologie beinhaltet nanoporöse Metalloxid-Teilchen einer einheitlichen Grösse im Bereich von 20 Nanometern, mit denen sich Papiere oder Filme mit hoher Geschwindigkeit beschichten lassen. Dieses neue und sehr konkurrenzfähige Produkt wird zurzeit auf den Markt gebracht. Es ist ein entscheidendes Element, das uns geholfen hat, einen wichtigen Ko-Entwicklungsvertrag mit einem führenden Tintenstrahldrucker-OEM-Betrieb abzuschliessen. Ausserdem besitzen wir eine Reihe wichtiger Patente auf diesem Gebiet.

Was erwarten Sie von dem Projekt "Nanokristalline Batterie" für die Zukunft?

Die Arbeiten, die im Zuge der Entwicklung der nanoporösen Materialien für das Tintenstrahlverfahren ausgeführt wurden, haben erhebliche Ressourcen notwendig gemacht, um zu verstehen, wie sich Metalloxid-Teilchen im Nanometerbereich in unserem Hochgeschwindigkeitsbeschichtungsprozess auftragen lassen. Allerdings hat der Erfolg, den wir bei der schnellen Herstellung von Schichten mit über 90 Prozent Metalloxid hatten, dazu geführt, dass man sich für uns als Partner bei der Beschichtung von nanokristallinen Batterien entschieden hat, die ein Projekt im Programm TOP NANO 21 sind. Ilford erwartet, dass dies der erste Schritt sein wird, um den Geschäftsbereich Bildtechnik des Unternehmens in ein neues Aufgabenfeld hinein auszuweiten, in dem unser einzigartiges Expertenwissen dazu beitragen kann, eine derartige Erfindung industriell zu nutzen.

Welche Auswirkungen wird der Nanometer auf die Technologieentwicklung und die Innovation bei ILFORD Imaging Switzerland voraussichtlich haben?

Man hat uns bereits als potenziellen Partner für die Entwicklung weiterer HiTech-Produkte angesprochen, die Metalloxid-Beschichtungen als ein wesentliches Element voraussetzen. Zur Bewertung dieser Geschäftschancen haben wir in unserem Unternehmen eine kleine Abteilung mit dem Namen "ILFORD TECHNOLOGIES" gebildet. Sie scheint aber bereits jetzt zu klein zu sein für das potenzielle Geschäftsvolumen, das uns zufliessen wird. Finanzierung und Personalbedarf sind die nächsten Hürden, die jetzt zu nehmen sind.
Allerdings ist klar, dass uns die Beschäftigung mit der Nanotechnologie grosse und unerwartete Geschäftschancen eröffnet hat, die letztendlich zu einer völligen Umstrukturierung unseres Unternehmens führen könnten. Es ist ein allgemeines Problem der Branche, mit der Globalisierung Schritt zu halten und in sinnvoller Weise eine Verlagerung aus dem Bereich der Kernkompetenzen heraus vorzunehmen. Der Weg, für den wir uns entschieden haben, um Expertenwissen zu erlangen, nämlich durch eine Zusammenarbeit mit der EPFL, eine Partnerschaft mit neuen Unternehmen und eine Finanzierung über Mittel von KTI und TOP NANO 21, hat das Unternehmen schon jetzt in neue technologische und kommerzielle Bereiche geführt, die uns noch vor einigen Jahren absolut unmöglich erschienen sind - und das bei moderaten Investitionen, einer guten Erfolgschance und kalkuliertem Risiko.
Stand: Juni 2001

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Lukas Howald, VR-Mitglied
Nanosurf AG

Wo sehen Sie das Potenzial der Nutzung des NANOMETERS für Ihr Unternehmen?

Als Anbieterin von Messgeräten für die Oberflächencharakterisierung steht die Nanosurf AG mitten in der Welt des Nanometers. Ziel unserer Firma ist es, einen möglichst einfachen Zugang zum Nanometer anzubieten, und dies nicht nur in hochreiner Laborumgebung, sondern auch vor Ort an technischen Oberflächen. Die täglichen Anfragen aus der Industrie zeigen uns, dass viele Betriebe immer höhere Anforderungen an spezifische Eigenschaften von Oberflächen stellen müssen. Obwohl sich die Verantwortlichen normalerweise nicht um den Nanometer kümmern wollen, kommen verlässliche Hinweise auf die Ursachen der beobachteten Probleme erst im Submikrometer- bzw. Nanometerbereich zum Vorschein. Die meisten der heute in der Industrie etablierten Oberflächenmesstechniken versagen jedoch im Submikrometerbereich. In diesem Spannungsfeld zwischen dem Bedarf an erhöhter Messempfindlichkeit und dem Fehlen von geeigneten Messmethoden sehen wir ein grosses Potenzial für unsere Firma.

Was erwarten Sie von TOP NANO 21 Projekten für die Zukunft?

Das TOP NANO 21 Programm gibt uns Zugang zur Hochschulforschung, die wir mit unserer Infrastruktur nicht selber durchführen könnten. Es soll mithelfen, unsere Sensoren als Bindeglieder zwischen der Nano-Welt und der makroskopischen Welt zu verbessern.

Welche Auswirkungen wird der Nanometer auf die Technologieentwicklung bei Nanosurf AG haben?

Der Nanometer ist die eigentliche Triebfeder unserer Entwicklungsanstrengungen. Gleichzeitig verwenden wir aber auch hochpräzise Schlüsselkomponenten in unseren Messgeräten, die mit Nano-Präzision gefertigt werden müssen. Die Schweizer Hochschulforschung ist sehr stark in diesem Bereich, und die Zulieferfirmen der Uhrenindustrie mit ihren hervorragenden Produktionstechniken liegen in unmittelbarer Umgebung. Aus diesem günstigen Umfeld heraus können wir einen namhaften Innovationsbeitrag leisten.
Stand: Juni 2001

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Alain Denzler, Forschung
Institut Straumann AG

Wo sehen Sie das Potenzial der Nutzung des Nanometers für Ihr Unternehmen?

Die Institut Straumann AG entwickelt, produziert und vermarktet Implantate, prothetische Teile und Instrumente für die orale und extraorale Implantologie. Das Kerngeschäft der Firma bilden jedoch die Zahnimplantate aus Titan. Diese werden chirurgisch in den Knochen eingepflanzt, wo sie nach einer gewissen Einheilzeit vollständig mit dem Knochen verwachsen. Weil dabei molekulare und zelluläre Wechselwirkungen zwischen der Implantatoberfläche und dem umliegenden Gewebe stattfinden, fällt der chemischen sowie topographischen Beschaffenheit der Implantatoberfläche eine bedeutende Rolle zu. Für die Institut Straumann AG steckt daher in der Erforschung der molekularen Vorgänge an der Implantatoberfläche im Nanometerbereich sowie in der Technologie zur Herstellung nanostrukturierter Oberflächen ein enormes Potenzial für die Entwicklung neuartiger Implantatoberflächen.

Was erwarten Sie vom obengenannten Projekt für die Zukunft?

Die Schlüsselrolle beim Einwachsen eines Zahnimplantats in den Knochen spielen die Proteine. So steuern gewisse Proteine, wie zum Beispiel die BMPs (bone morphogenetic proteins) das Knochenwachstum. Durch unsere Beteiligung am TOP NANO 21 Projekt "Conformation and Molecular Interaction of Proteins at Nanoscale Patterned Interfaces of Biomaterials and Biosensors" erwarten wir, einen Einblick in den molekularen Mechanismus zu erhalten, wie Proteine mit nanostrukturierten Oberflächen wechselwirken. Natürlich hoffen wir, dass dieses Wissen uns hilft, Implantatoberflächen zu entwickeln, welche den Heilungsprozess optimal beeinflussen und zum Beispiel die Einheilzeit für das Implantat auf ein Minimum verkürzen.

Welche Auswirkungen wird der Nanometer auf die Technologieentwicklung und die Innovation bei Institut Straumann AG voraussichtlich haben?

Schon heute kann die Institut Straumann AG in gewissen Bereichen nicht mehr auf die Anwendungen der Nanotechnologie verzichten. Dieser Trend wird sich zweifellos fortsetzen und sich auf weitere Bereiche ausdehnen.
Stand: Juni 2001

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Ivano Beltrami, Leiter Forschung
Agie SA

Wo sehen Sie das Potenzial der Nutzung des NANOMETERS für Ihr Unternehmen?

Das Potenzial einer Elektroerosionsmaschine (EDM) mit verbesserter Präzision im Bereich <1µm erstreckt sich auf mehrere Marktsegmente:

    • Lead Frames
    • Kleine Präzisionsstempel für Folgeschnitt
    • Medizinaltechnische Anwendungen
    • Sensorik + Optik
    • Uhrenindustrie
Was erwarten Sie von dem eben begonnenen Projekt "Nanofactory" für die Zukunft?

Technisch sind die Grenzen des EDM Verfahrens im Bereich unterhalb des Microns zu untersuchen. Sehr kleine Bewegungen ohne Reibung dürften sowohl die Präzision als auch die Endrauheit des Werkstückes verbessern. Inwiefern werden wir herausfinden.
Die Teilnahme zu einem solchen Projekt erlaubt uns zusätzlich, die Marktbedürfnisse vorab abzutasten.

Welche Auswirkungen wird der NANOMETER auf die Technologieentwicklung und die Innovation bei Agie Charmilles voraussichtlich haben?

Mittelfristig möchten wir (in 3-5 Jahren) in der Lage sein, eine Mikroerosionsmaschine (von einer Nanoerosionsmaschine spricht noch niemand) im Präzisionsbereich unterhalb 1µm zu offerieren. Ein Marktpotenzial von 50-100 Maschinen im Jahr sollte realisierbar sein.

Stand: Juni 2000

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Norbert Nold, CEO
Omicron Microscopy GmbH

Wo sehen Sie das Potenzial der Nutzung des NANOMETERS für Ihr Unternehmen?

Das Betätigungsfeld der Firma Omicron ist die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Geräten für die Oberflächenanalytik. Dazu die Rastersondenmikroskope, mit denen die Probenoberfläche mit atomarer Auflösung abgebildet werden. Zusätzlich ist es möglich, mit den Rastersondenmikroskopen die Oberfläche auf Nanometer-Skala zu verändern, so dass sie als Werkzeuge für die Nanotechnologie dienen.
Der Weiterentwicklung der Nanotechnologie bringt unserem Unternehmen ein grosses Wachstumspotenzial.

Was erwarten Sie von den TOP NANO 21 Projekten für die Zukunft?

Die Kooperation mit Universitäten erlaubt uns stets an der vordersten Front zu stehen. Als mittelständisches Unternehmen sind wir nicht in der Lage, solch komplexe Projekte selbst durchzuführen.
Die Firma Omicron bietet sowohl Geräte für die Abbildung der Topographie mit höchster Auflösung als auch Geräte zur chemischen Analyse der Probenoberfläche an. In den beiden TOP NANO 21 Projekten wird eine Technologie zur Kombination von beidem entwickelt. Unser Ziel ist es, als erster kommerzieller Anbieter ein solches Gerät anbieten zu können.

Welche Auswirkungen wird der NANOMETER für die Technologieentwicklung bei Omicron Microscopy haben?

Omicron ist bereits heute eng mit der Nanotechnologie verbunden. Auch für die Entwicklung von neuen Geräten und Technologien wird der "Nanometer" eine sehr entscheidende Rolle spielen. Die Nanotechnologie ist ein sich schnell entwickelndes Gebiet, so dass nur Firmen mit schneller und erfolgreicher Technologieentwicklung und hoher Innovativität am Markt bestehen können.
Stand: Juni 2000

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Michael Pfeffer, R&D Ingenieur
SwissOptic AG

Wir sehen das Potenzial der Nutzung des NANOMETERS für die SwissOptic AG in der

    • Produktion optischer Bauelemente mit spezifischen (innovativen, einzigartigen) optischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften.
    • Anwendung von nanostrukturierten optischen Bauelementen im Bereich der High-End Optik (Space, Semiconductor, Surveying)
Für die Zukunft erwarten wir von den eben begonnenen Projekten
    • eine qualitative Verbesserung und Innovation bestehender Produkte
    • einen Technologievorsprung bzgl. unseren Mitbewerbern auf dem Weltmarkt
    • am Puls der Zeit bleiben, bzw. am technologischen Fortschritt teilhaben zu können
    • eine Sicherung und Ausweitung des Marktes für Präzisionsoptik.
Welche Auswirkungen wird der NANOMETER auf die Technologieentwicklung und die Innovation bei der SwissOptic AG voraussichtlich haben?

Folgende Auswirkungen könnte der Nanometer auf die Technologieentwicklung und Innovation bei der SwissOptic AG haben:

    • Aufbau von "Nano"-Know-How"
    • Kontakte zu Forschungsstellen
    • Ersatz für konventionelle Produktionsprozesse
    • Erhaltung und Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen (Ingenieure / Physiker)
Stand: Juni 2000

TOP NANO 21 aus der Sicht von:
Dr. Markus Ehrat, CEO
Zeptosens AG

Die Relevanz von Nanotechnologie für Zeptosens

Zeptosens entwickelt extrem sensitive bioanalytische Systeme und Chips, mit denen aus wenigen Mikrolitern Probenvolumen sehr viel mehr hochqualitative Information erhalten werden, als mit herkömmlichen Systemen.
Zeptosens' Technologie erlaubt das Detektieren extrem niedriger Konzentrationen fluoreszierender Moleküle. Licht, das sich in der optischen Schicht der Zeptochips ausbreitet, "dehnt sich" stark aus (bis zu 400 nm über die Oberfläche der optisch leitenden Schicht) und "beleuchtet" einige Hundert nL der den Wellenleiter umgebenden Probenflüssigkeit.
Somit können biochemische Interaktionen im "beleuchteten Feld" gemessen werden, vorausgesetzt die Bindungspartner sind als Monolayer auf der Mikroarray Oberfläche angeordnet.

Die Relevanz von Top Nano 21 Projekten für Zeptosens

Im hochkompetitiven Technologiefeld, wie z.B. Microarray Systeme, ist die Entwicklung neuer, erfolgreicher Technologien von grösster Bedeutung für den langfristigen Erfolg der Firma. Für eine weltweit führende Stellung ist ein hohes Mass an Fachwissen und Erfahrung in verschiedenen Gebieten notwendig. Dieses Wissen kann von einer kleinen Start-up Firma, wie Zeptosens, nicht selbst erarbeitet werden, sondern muss in Zusammenarbeit mit Forschungsanstalten geschaffen werden. Top Nano 21 bietet eine exzellente Plattform, in der Firmen mit schweizerischen Forschungsanstalten eng zusammenarbeiten und so eine weltweit führende Rolle in der Nanotechnologie einnehmen können.
Stand: Juni 2000



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